Tennislexikon O
Oberschiedsrichter
Berufungsinstanz bei Entscheidungen des Stuhlschiedsrichters in Regelfragen. Die Entscheidung des Oberschiedsrichters ist endgültig.

Der Oberschiedsrichter kann jederzeit nach seinem Ermessen ein Wettspiel unterbrechen oder abbrechen, wenn er es wegen Dunkelheit, Regen oder schlechten Platzzustandes für nötig hält. Bei einer Unterbrechung muß er dafür sorgen, daß der Spielstand notiert und eine Fortsetzung auf dem gleichen Court gewährleistet ist.

Bei der ATP Tour und der WTA Tour werden die Oberschiedsrichter Supervisor genannt.

Aufgaben des Oberschiedsrichters:

1. Vor Turnierbeginn:

melden bei der Turnierleitung spätestens 1 Stunde vor Turnierbeginn
Klären des Spielmodus (Gewinnsätze, Bälle, Ballwechsel, etc.)
Platzbegehung, Kontrolle der festen Einrichtungen
Einweisen von Schieds- und Hilfsrichtern
Prüfen der Einzelaufstellungen und der Anwesenheit der Spieler bei Mannschaftswettkämpfen
2. Während des Turniers:

Überwachung der laufenden Spiele
Einsatz und Abberufung von Schieds- und Hilfsrichtern
Entscheidungen - auch ohne Antrag eines Spielers, Mannschaftsführers oder Schiedsrichters - betreffend die Einhaltung der Tennisregeln und der sonstigen Bestimmungen sowie aller Streitigkeiten, die nicht der endgültigen Entscheidung des Schiedsrichters oder anderer Instanzen unterliegen
Falls erforderlich, Anordnen von Maßregeln nach dem Verhaltenskodex, Streichung oder Ausschluß von Spielern
Prüfen der Doppelaufstellungen bei Mannschaftswettkämpfen
Offene Fußstellung
Die Füße stehen parallel etwa in Schulterbreite auseinander und zeigen in Richtung es Netzes. Für die Schlagbewegung in frontaler Stellung wird der Oberkörper aufgedreht.

Im modernen Tennis hat sich bei der Vorhand die offene Fußstellung durchgesetzt. Der Spieler kann auf schnell anfliegende Bälle besser reagieren und sich leichter in die Grundstellung zurück bewegen. Die Bogenspannung des Körpers in der offenen Fußstellung begünstigt die Topspinbewegung. Bei Rückhandschlägen wird die offene Fußstellung meist nur beim Block-Return oder bei Notschlägen unter Zeitdruck eingesetzt.

Olympische Spiele
Tennis gehörte bereits bei den ersten Spielen der Neuzeit 1896 in Athen und dann bis 1924 zu den olympischen Sportarten.

Nach 64jähriger Unterbrechung und der Zulassung von Profisportlern wurde Tennis 1984 in Los Angeles als Testwettbewerb und 1988 in Seoul wieder olympisch.

Insgesamt gewannen bisher vier deutsche Tennisspieler eine Goldmedaille:

Friedrich Adolph Traun 1896 in Athen im Doppel mit John Boland (Irland);
Steffi Graf 1988 in Seoul im Einzel;
Boris Becker mit Michael Stich 1992 in Barcelona im Doppel.
Open Tennis
Begriff aus dem Jahr 1967 für Turniere, die für Amateure und Profis offen waren. Das erste offene Tennisturnier fand im April 1968 im englischen Bournemouth statt.

Vorausgegangen war ein erbitterter Machtkampf über zehn Jahre zwischen dem Britischen Tennisverband und dem Weltverband ITF. Die Briten forderten für ihr Turnier in Wimbledon die Teilnahme der besten Spieler – nicht nur der besten Amateure, wie es die ITF-Regeln vorschrieben. Im Dezember 1967 erklärte der Britische Verband einseitig den Start des Open Tennis.

Es dauerte bis 1974, ehe alle Turniere allen Spielern offen standen.

Orange Bowl
Bekanntestes Nachwuchsturnier für Tennisspieler unter 18 Jahren, das seit 1947 im Miami (USA) ausgetragen wird.

Eine Orange Bowl, eine mit Orangen gefüllte Glasschale, erhalten jeweils Mitte Dezember die Sieger(innen) der Konkurrenzen in den vier Altersklassen "unter 12", "14", "16", "18" Jahren). Die Sieger/innen dürfen sich inoffizielle Junioren-Weltmeister nennen.