| Beginne
im Stehen, Füße schulterbreit auseinander und geradeaus gestellt.
Beuge dich von der Hüfte langsam vorwärts. Halte die Knie immer
ein wenig geknickt, damit der untere Rücken nicht überanstrengt
wird. Lass Hals und Arme entspannt.
Geh so weit, bis du eine leichte Dehnung in den Rückseiten der
Beine spürst. Dehne 15 - 25 Sekunden in dieser leichten Phase,
bis du entspannt bist. Fördere deine körperliche Entspannung,
indem du dich im Geist auf den Bereich konzentrierst, der gedehnt
wird. Mach die Übung nicht mit durchgedrückten Knie und federe
nicht auf und ab. Halte ganz einfach eine leichte Dehnung und
richte dich nach deinem Gefühl, nicht danach, wie weit du gehen
kannst. Wenn du diese Dehnübung machst, wirst du sie hauptsächlich
in den Kniebeugern und den Kniekehlen spüren. Der Rücken wird
auch gedehnt, aber der größte Teil der Dehnungen wird in den
Beinen bemerkbar sein. Einige werden ihre Zehen berühren können,
andere gerade bis über die Fußknöchel kommen. Obwohl wir in
unserer Beweglichkeit alle unterschiedlich sind, haben wir eins
gemeinsam: wir alle dehnen unsere Muskeln. |
|
| |
| Wichtig: |
| Vergiss nicht,
wann immer du dich aus der Taille heraus vorbeugst, die Knie
leicht angewinkelt zu halten. Dies entlastet den unteren Rücken.
Benutze die großen Muskeln der Oberschenkel, um dich wieder
aufzurichten, nicht die kleinen des unteren Rückens. Richte
dich nie mit durchgedrückten Knien auf. |
| Diese Dehnübung
ist besonders wertvoll, bevor man irgendwelche schweren körperlichen
Arbeiten vornimmt, ausdrücklich früh morgens und bei kaltem
Wetter. Indem die Muskeln des unteren Rückens geschont werden,
lassen sich viele Verletzungen verhindern. |
| Dieses Prinzip
ist wichtig beim Anheben von schweren Gegenständen. |
| Als nächstes,
nimm eine Stellung mit leicht angewinkelten Knien und flach
auf aufliegenden Fersen ein, die Füße geradeaus und schulterbreit
auseinander gestellt. Bleibe 30 Sekunden lang so stehen. |
| In dieser Stellung spannst
du die Kniestrecker und entspannst die Kniebeuger. Die Hauptfunktion
ist, das Bein zu begradigen, während die Kniebeuger die Funktion
haben, das Bein am Knie zu biegen. Da diese Muskeln entgegengesetzte
Wirkungen haben, lässt das Anspannen der Kniestrecker die Kniebeuger
entspannen. Während du nun diese Haltung mit gebeugten KNIEN
HÄLTST; ACHTE AUF DEN Unterschied im Gefühl zwischen der Vorder-
und Rückseite der Oberschenkel. Die Kniestrecker sollten hart
gespannt sein, die Kniebeuger dagegen weich und entspannt. Es
ist leichter die Kniebeuger zu dehnen, wenn sie vorher entspannt
wurden. |
|
| Richte dich aus dieser
Position wieder auf und beuge dich dann wieder mit leicht gebeugten
Knien. Nicht nachfedern. Du kannst wahrscheinlich bereits etwas
weiter herunterkommen. Halte diese Dehnung 30 Sekunden lang. |
|
| Eine
Erinnerung: Knie beim Aufrichten leicht beugen! |
| Deine Körperhaltung
beim Dehnen muss bequem und stabil sein. |
| Du wirst es leichter
finden, diese Dehnung zu halten, wenn du dein Gewicht auf die
Arme und Beine verteilen kannst. Wenn du es nicht schaffst,
deine Handflächen bei angewinkelten Knien auf dem Boden abzustützen
(welches viele Menschen nicht können), dann bediene dich einer
Stufe, eines Vorsprungs oder eines Stapels von Büchern, um dich
mit den Händen aufzustützen. Finde eine gleichmäßige, leichte
Dehnung sowie eine ausgeglichene Gewichtsverteilung zwischen
Händen und Füßen, damit du entspannt sein kannst. |
|
| Zur Variation dieser
Dehnung hältst du den Beinbereich über den Knöcheln mit den
Händen fest. Indem du den Oberkörper mit den Händen herabziehst,
kannst du die Dehnung in den Beinen und im Rücken verstärken
und dich in einer sehr stabilen Stellung auf das Entspannen
konzentrieren. Geh hierbei nicht zu weit. Zieh dich nur so weit
herab, wie du entspannt bleiben kannst. Dehnen und halten, die
Knie leicht angewinkelt. |
|
| Als nächstes, setze dich
mit geraden ausgestreckten Beinen hin, die Füße aufrecht, die
Fersen höchstens 15 cm auseinander. Beuge dich aus der Hüfte
vor, um eine leichte Dehnung zu erhalten. So 20 Sekunden lang
halten. Du wirst dies wahrscheinlich in den Kniekehlen spüren
und an den Rückseiten der Oberschenkel. Du kannst auch im unteren
Rücken eine Dehnung spüren, wenn deine Rückenmuskulatur verhärtet
ist. |
|
| Neige den Kopf nicht,
wenn du die Übung beginnst. Versuche, die Hüfte nicht nach hinten
kippen zu lassen. Denk daran, dich von der Hüfte her zu beugen,
ohne den unteren Rücken rund werden zu lassen. |
|
| Es kann sein, dass du
eine Wand als Stütze brauchst, um den unteren Rücken gerade
zu halten. Diese Position allein kann bereits eine ausreichende
Dehnung sein, wenn deine Muskulatur sehr verhärtet ist. |
|
| Wenn du Schwierigkeiten
hast, eine gute Haltung zu finden, in der du dehnen und entspannen
kannst, dann nimm ein Handtuch zu Hilfe. Lege das Handtuch um
deine Füße, halte die Enden fest und zieh dich von der Hüfte
nach vorn, bis du dort bist, wo du dich dehnst und dennoch entspannt
bist. Zieh dich mit ausgestreckten Armen nach vorne. Arbeite
dich mit den Fingern am Handtuch herab, bis sich die Dehnung
richtig anfühlt. Sei vorsichtig, wenn du mit ausgestreckten
Beinen dehnst oder dich im Stehen von der Hüfte vorwärts beugst.
Du sollst in diesen Positionen nicht überdehnen. Da die Rückseiten
der Beine wahrscheinlich unterschiedlich verhärtet und verspannt
sind, sollte das Dehnen beider Beine gleichzeitig vermieden
werden, wenn du Probleme im Bereich der Lendenwirbel hast. Wenn
eines oder beide Beine sehr verhärtet sind, ist es schwierig,
beide gleichzeitig so zu dehnen , dass es für jedes einzelne
richtig ist. Es ist leichter in der Rückenlage jedes Bein für
sich zu dehnen. |
|
| Dehnung
des Unterleibbereichs |
| Stelle deine
Fußsohlen aneinander und halte die Zehen fest. Zieh dich behutsam
nach vorn, indem du dich von der Hüfte aus biegst, bis du eine
gute Dehnung im Unterleibbereich spürst. Du kannst dabei auch
eine Dehnung im Rücken bemerken. Halte diese Stellung 40 Sekunden
lang. Leite die Übung nicht mit dem Kopf und Schultern ein.
Versuche, deine Ellenbogen außerhalb der Beine zu halten, sodass
die Dehnübung Stabilität und Balance hat. Es ist leichter, wenn
du völlig stabil bist. |
|
| Nicht
vergessen - kein Federn beim Dehnen. Finde eine Haltung, die
so bequem ist, dass du gleichzeitig dehnen und entspannt sein
kannst. |
| Wenn
es dir schwer fällt, dich nach vorne zu beugen, sind deine Fersen
vielleicht zu nahe am Unterleib. Ist dies der Fall, halte deine
Füße weiter vor. Dies gibt dir Bewegungsraum nach vorne. |
|
| Variationen: |
| Halte deine Füße mit
einer Hand fest, den Ellenbogen auf dem Unterschenkel, um das
Bein nieder zu halten und es zu stabilisieren. Mit der anderen
Hand auf der Innenseite des Beines (nicht auf dem Knie), schiebe
das Bein behutsam nach unten, um eine Dehnung an dieser Seite
des Unterleibes zu erreichen und zu isolieren. Dies ist eine
sehr gute isolierende Dehnung für diejenigen, die einen verspannten
Unterleib auflockern wollen, sodass die Knie natürlicher herabsinken
können. |
|
| Indem die Hände leichten
Widerstand gegen die Innenseiten der entgegenliegenden Oberschenkel
ausüben, versuche die Knie gerade so weit zusammenzudrücken,
das die Muskeln im Unterleib angespannt werden. Halte diese
stabilisierte Spannung 5 - 8 Sekunden lang, entspanne und dehne
den Unterleib wie in den vorhergegangenen Übungen. Diese Technik
von Spannung - Entspannung - Dehnung ist wertvoll für Sportler,
die Unterleibsprobleme erlebt haben. |
|
| Eine andere
Methode, verhärtete Unterleibsmuskeln zu dehnen, ist, sich gegen
eine Wand oder Möbel zu setzen. Mit geradem Rücken und aneinander
gelegten Fußsohlen, drücke die Schenkel sanft mit den Händen
herunter (nicht auf den Knien, sondern knapp darüber). Drücke
bis du eine gute gleichmäßige Dehnung spürst. Halte die Position
30 Sekunden lang. Es ist möglich, diese Dehnung zu zweit zu
machen. Am besten Rücken an Rücken zur gegenseitigen Stützung. |
|
| Wenn du bislang Schwierigkeiten
hattest, im "Schneidersitz" zu sitzen, wirst du entdecken,
dass die Unterleibsdehnungen dir diese Position erleichtern
werden. Eine gute, entspannende Position, die den Rücken
sowie die Innenseiten der Schenkel dehnt, erhältst du, wenn
du dich kreuzbeinig hinsetzt und dich dann vorbeugst, bis du
eine gute, bequeme Dehnung spürst. Wenn möglich, halte die Ellenbogen
vor den knieen. Halte diese Stellung und entspann dich. Sie
fühlt sich im unteren Rücken wirklich gut an und ist eine leichte
Übung für die meisten Menschen. |
|
| Die Wirbelsäulendrehung: |
| Die Wirbelsäulendrehung
ist gut für den oberen sowie unteren Rücken, die Seiten der
Hüfte und den Brustkorb. Sie ist auch vorteilhaft für die inneren
Organe und hilft dir, eine schlanke Taille zu behalten. Sie
wird es dir erlauben, dich zur Seite zu drehen oder nach hinten
zu sehen, ohne den ganzen Körper drehen zu müssen. |
| Sitze mit ausgestrecktem
rechten Bein. Stelle das linke Bein an, kreuze über das rechte
Bein mit dem linken Fuß und setze ihn neben dem rechten Knie
auf (siehe Abb.). Nun biege den rechten Arm und lege ihn
an die Außenseite des linken Oberschenkels, oberhalb des Knies.
Während der Dehnung übe Druck mit dem Ellenbogen auf das Bein
aus, um es ruhig zu halten. Während du dich mit der linken Hand
abstützt, wende den Kopf langsam und blicke über die linke Schulter;
drehe den Oberkörper gleichzeitig zum linken Arm hin. Während
du den Oberkörper drehst, stelle dir vor, die Hüfte würde sich
in derselben Richtung drehen (obwohl sie dies nicht wird, da
sie vom rechten Arm unbeweglich gehalten wird). Dies sollte
die eine gute Dehnung im unteren Rücken und der Hüftseite schaffen.
Halte sie 15 Sekunden lang und mach die Übung beidseitig. Halte
den Atem nicht an, sondern atme entspannt weiter. |
|
Variation: Zieh
dein Knie diagonal über deinen Körper in Richtung der gegenüber
befindlichen Schulter, bis du eine leichte Dehnung in der Hüftseite
Spürst. Halte dies 30 Sekunden lang und mach es beidseitig.
Man neigt dazu, mehr Zeit mit dem ersten Bein oder Arm
oder Bereich zu verbringen, der gedehnt wird, zieht meistens
die "leichte", beweglichere, Seite vor. Wegen dieser
natürlichen Tendenz wird mehr Zeit mit dem "guten"
und weniger mit dem "schlechten" Körperseiten
verbracht. Um diesen Unterschied der Beweglichkeit des Körpers
auszugleichen, dehne zuerst deine verhärtete Seite. Dies wird
erheblich zu deiner Auflockerung beitragen. |
|
Zusammenfassung: |
|
AN DIESEM
PUNKT WOLLEN WIR EINIGE DER GRUNDSÄTZLICHEN TECHNIKEN DES DEHNENS
ZUSAMMENFASSEN: |
-
Dehne nicht zu weit,
besonders am Anfang. Verschaffe dir eine geringe Dehnung
und verstärke sie, wenn du Entspannung fühlst.
-
Halte Dehnungen in bequemen
Stellungen. Die Dehnspannung sollte abklingen, während
du die Dehnung hältst.
-
Atme langsam, tief und
natürlich - atme aus, während du dich vorbeugst. Dehne
nicht zu dem Punkt, wo du nicht mehr natürlich atmen kannst.
-
Nicht nachfedern, denn
das verhärtet genau die Muskeln, die du dehnen willst.
Erreiche eine Dehnung und halte sie.
-
Denke an den Körperteil,
der gedehnt wird und empfinde die Dehnung. Wenn die Spannung
beim Dehnen zunimmt, übertreibst du sie. Lass nach, bis
es sich gut anfühlt.
-
Versuche nicht, beweglich
zu sein. Lerne einfach, richtig zu dehnen, und die Beweglichkeit
wird mit der Zeit von selbst eintreten. Beweglichkeit
ist nur eines der Nebenprodukte des Dehnens.
|
WEITERE DINGE,
AN DIE WIR DENKEN SOLLTEN: |
- Wir sind jeden Tag anders. An manchen
Tagen sind wir verspannter als an anderen.
- Du bestimmst, was du empfindest, durch
das, was du tust.
- Regelmäßigkeit und Entspannung sind
die wichtigsten Faktoren beim Dehnen. Wenn du mit regelmäßigem
Dehnen anfängst, wirst du auf natürliche Weise aktiv und
in Form sein.
- Vergleiche dich nicht mit anderen. Auch
wenn deine Muskulatur verhärtet und unbeweglich ist, soll
dich das nicht davon abhalten, zu dehnen und dich körperlich
zu verbessern.
- Richtiges Dehnen bedeutet, innerhalb
deiner Grenzen dehnen, entspannt und ohne zu wetteifern.
- Dehnen hält deinen Körper für Bewegung
bereit.
- Mach Dehnübungen, wann immer dir danach
ist. Sie werden dir immer guttun.
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